Jede Menge Unterstützung

Bildung: Gemeinsames Singen, hier mit der Kirchenmusikerin Martina Apitz am Klavier.
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  • Bildung: Gemeinsames Singen, hier mit der Kirchenmusikerin Martina Apitz am Klavier.
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Jubiläum: Der Kindergarten "Guter Hirte" in Köthen feiert seinen 90. Geburtstag. Der Name ist Programm.

Von Sylke Hermann

Der in perfekter Höhe angebrachte Bildschirm an der Wand ist neu. Und Klaus Radestock ziemlich stolz auf diese technische Bereicherung. "Unsere Kinder", erzählt er, "haben sich jeden Morgen an der Tür die Nase platt gedrückt und würden am liebsten schon lesen können – nur um zu wissen, was es heute zu essen gibt." Noch können die Knirpse den Speiseplan nicht studieren, "aber wunderbar Bilder deuten". Deshalb der Bildschirm an der Wand.
Klaus Radestock leitet den Kindergarten "Guter Hirte" in Köthen. Seit elf Jahren. Der über Zwei-Meter-Mann fühlt sich wohl hier. Es könnte daran liegen, dass der "Gute Hirte" gerade seinen 90. Geburtstag gefeiert hat. Doch das allein ist nicht der Grund.
Die Jakobsgemeinde ist Träger des Kindergartens. Wie sehr diese sich mit dem Kindergarten identifiziert, merkt Klaus Radestock gleich. Er ist erst ein paar Tage in Köthen, als er auf der Straße von einem Mann angesprochen wird, "offenbar kannte er mich". Dieser Herr jedenfalls sichert dem neuen Kindergartenleiter die volle Unterstützung des Gemeindekirchenrates zu. "Wenn ich irgendein Problem haben sollte, könnte ich mich jederzeit melden – und gemeinsam würde man eine Lösung finden", erinnert sich Klaus Radestock an das Gespräch aus seiner Anfangszeit. Auch wegen solcher Begebenheiten strahlt Klaus Radestock. Nicht nur, weil der "Gute Hirte" mit 90 Jahren richtig gut in Schuss ist. "Es macht mir einfach wahnsinnig viel Spaß, hier zu arbeiten."
95 Mädchen und Jungen im Alter von null bis sechs Jahren besuchen derzeit den "Guten Hirten", der im Wolfgangstift vor einigen Jahren sein Zuhause gefunden hat. Das Objekt gehört der Stiftung Hospital St. Jakob. "Wir fühlen uns sehr wohl hier", betont Klaus Radestock. Zwei Etagen nehmen die Kinder in Beschlag, den Garten, wo auch die große Geburtstagsfeier stattgefunden hat, natürlich auch.
Es gibt außerdem einen Wirtschafts-trakt, in dem zum Beispiel die Küche untergebracht ist. "Wir kochen selbst", berichtet Klaus Radestock. Max, der Koch, und Liane, die Beiköchin, sorgen dafür, dass morgens, mittags und zur Vesperzeit immer frische Sachen auf den Tisch kommen. Vieles wird regional eingekauft, Vollkornprodukte sind wichtig, Konservierungsstoffe werden, so gut es geht, vermieden. Kein Kind bringt sich etwas von Zuhause mit. Damit habe man den Neidfaktor aus den gemeinsamen Mahlzeiten komplett verdrängt, freut sich Klaus Radestock; niemand verschmähe sein Brot, weil er lieber den Joghurt vom Nachbarn essen würde. Die Eltern, zu denen der "Gute Hirte" enge Beziehungen pflegt, sind dankbar, dass ihre Sprösslinge hier so gut versorgt werden – und dass sie selbst zu Hause entlastet sind.
Neben der ganztägigen Essensversorgung, die durchaus etwas Besonderes ist, und der Konzentration auf die musische Bildung der Kinder kommt der religionspädagogischen Arbeit eine große Bedeutung zu. "Wir wollen den Kindern vermitteln, warum Ostern und Weihnachten gefeiert werden, warum Mama und Papa an diesen Tagen frei haben. Bestimmt nicht wegen des Osterhasen oder Weihnachtsmannes. Das gehört zur Allgemeinbildung". Genauso wird den Kindern vermittelt, warum der "Gute Hirte" diesen Namen trägt. Die Zeilen von Psalm 23 sind hier allen vertraut: "Der Herr ist mein Hirte. Mir wird nichts mangeln …"

Familiengottesdienst am 25. Mai um 11 Uhr in St. Jakob, danach Fest im Wolfgangstift

Bildung: Gemeinsames Singen, hier mit der Kirchenmusikerin Martina Apitz am Klavier.
Viel Platz: Die Kinder der Täubchengruppe auf dem großen Freigelände, das zur Kindertagesstätte „Guter Hirte“ gehört.
Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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