Bilanz: Erfahrungen mit dem Medien-Fasten
Dunkle Mattscheibe

Keine Süßigkeiten naschen oder statt des Rotweins am Abend ein stilles Wasser trinken. Der Verzicht auf Schokolade oder Alkohol gehört bei vielen Menschen zu den Klassikern während der 40-tägigen Fastenzeit.
»Verzicht auf Alkohol und Schokolade ist für mich Selbstbestätigung: Ich schaffe das. Das tut mir gut«, berichtet Christine Reizig, die Landespfarrerin für Gemeindeaufbau in der Landeskirche Anhalts. Zusätzlich fastet Reizig seit einigen Jahren aber auch Fernsehen und Facebook. »Ich verabschiede mich ins Facebook-Fasten. Vielleicht nach Ostern wieder. Vielleicht. Ich freue mich Euch live zu sehen oder zu hören.« So steht es im letzten Posting auf Christine Reizigs Facebook-Profil. »Denn jedes Mal nach Ostern überlege ich, ob ich wirklich wieder anfangen soll mit Facebook.« In den ersten Wochen nach Ostern nutze sie das soziale Netzwerk weiterhin stark reduziert, fange dann aber wieder an. Auch, um Informationen über die Arbeit einzustellen. Es sei ein zusätzlicher Kanal für solche Informationen oder aber einfach eine Möglichkeit, um Menschen zu erinnern. »Ich habe schon Anmeldungen für ›Stille Tage im Advent‹ bekommen, weil es die Leute auf Facebook gelesen haben«, erinnert sich Christine Reizig.
Beim TV macht die Pfarrerin eine Fasten-Einschränkung, »das heißt: ich schaue jeden Tag Nachrichten, aber das war’s dann auch. Mit der Viertelstunde Tagesschau ist Fernsehen dann erledigt.« Für Christine Reizig bedeutet Fasten auch nicht unbedingt Verzicht. Im Gegenteil, sie gewinne dadurch etwas. Im Falle von Fernsehen und Facebook gewinne sie Zeit, um Kontakte zu pflegen oder Briefe zu schreiben.
Natürlich könne man sich auch zu jeder anderen Zeit im Jahr vornehmen, etwas zu verändern, aber »die Fastenzeit bietet sich einfach an dafür. Die Tage laden ein dazu, darüber nachzudenken.«
Und so fällt die diesjährige Fastenbilanz bei Christine Reizig insgesamt positiv aus. Allerdings räumt sie auch ein, sie hätte die dank Fernsehverzicht gewonnene Zeit besser nutzen können. »Meist habe ich mich noch mal an den Schreibtisch gesetzt und gearbeitet.«
Eine Herausforderung für die Fastenzeit fällt Christine Reizig noch ein. »Ich fahre zu viel Auto.« Sie habe schon einmal beim Autofasten mitgemacht. »Heute spricht der Beruf ein wenig dagegen. Ich bin so viel unterwegs zu unseren Veranstaltungen. Am Abend durch Anhalt mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein, das ist
nicht so ganz einfach.«
Thorsten Keßler

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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