Gemeinden im Gespräch mit Bischöfin
»Nicht meckern, mitmachen!«

Mehr als ein Dutzend Orte im Propstsprengel Halle-Wittenberg hat Landesbischöfin Ilse Junkermann nach Pfingsten besucht. In der Fachwerkkirche von Altherzberg im Kirchenkreis Bad Liebenwerda startete die sechstägige Tour durch sieben Kirchenkreise. In ihrer Predigt zum Pfingstmontag forderte die Landesbischöfin jeden auf, nach seiner persönlichen Gabe zu forschen.
In Bad Liebenwerda informierten die Haupt- und Ehrenamtlichen über die offene Kirche. Seit einem Jahr ist St. Nikolai verlässlich geöffnet. Dirk Gebhardt, Erwin Rohleder, Pfarrer Torben Linke und weitere Gemeindeglieder berichteten von den wenigen, notwendigen Umbaumaßnahmen. Im Vordergrund standen vor allem die positiven Erfahrungen.
Den Abschluss bildete ein Gespräch mit Gemeindekirchenräten und Mitarbeitern in der »Arche« in Lauchhammer. Eindrucksvoll berichteten die Versammelten von ihrem Engagement in Kita, Hort und Schulsozialarbeit, dem Projekt »Jugend forscht«, der »Mädchenbude« und dem Engagement für die Orgel der Schlosskirche von Lauchhammer-West.
Ebenfalls eine »Arche« steht in Eilenburg im Kirchenkreis Torgau-Delitzsch. Junkermann war beeindruckt ob des lebendigen Treibens im einstigen Treff, der zum Mehrgenerationenhaus gewachsen ist und allen Menschen offen steht – unabhängig von Alter, Herkunft oder Glauben. Das Haus wird vom Bund gefördert und neben Kirchengemeinde, Kirchenkreis und Diakonie von der Stadt unterstützt. Junkermann hörte im Gespräch mit Arche-Leiterin Yvonne Pötzsch, Super­intendent Mathias Imbusch, Fördervereinsmitgliedern, Kirchenältesten und Diakonie-Mitarbeiterin viel über die Kinder- und Jugendarbeit, erfuhr aber auch, dass es die klassische Christenlehre nicht gibt. Die »Arche« könne dabei vieles bewirken, ersetzen
aber nicht.
Auch die Vakanz der Pfarrstelle beklagen die Eilenburger. Superintendent Imbusch erzählte von der Idee, dass ein Pfarrer Eilenburg und Bad Düben betreut. Eilenburg stehe dem offener gegenüber als Bad Düben. Doch vorerst wird die Pfarrstelle Authausen um Düben erweitert und Eilenburg wird von der Sprottaer Pfarrerin mitbetreut. Das Hin und Her geht an der Gemeinde nicht spurlos vorüber. Es vergehe kein Tag, an dem sie nicht darauf angesprochen werde, sagt Kirchenälteste Martina Colditz. Sie versuche, die Menschen mitzunehmen: »Nicht nur meckern, mitmachen.« Kirchenältester Torsten Pötzsch ergänzt: »Ehrenamtler brauchen Rückkopplung. Uns fehlt das Feedback, wo man sich abstimmen kann, was müssen wir in welchem Bereich machen. Die Vakanzregelung ist für viele zu abstrakt.« Die kontinuierliche Arbeit fehle.
Auch in Bad Düben traf die Landesbischöfin auf eine Gemeinde mit Zukunftssorgen. In der Evangelischen Grundschule bekam sie einen Eindruck, wie Kirche neue Wege geht, aber auch an Grenzen stößt. Denn vieles steht und fällt mit dem Personal. »Sie sehen hier viele engagierte Christen, die sich nicht damit zufrieden geben wollen, dass Kirche schrumpft«, sagte Wolfgang Rieger, Vorsitzender des Gemeindekirchenrats. Deshalb habe man nach anderen Möglichkeiten gesucht und den Förderverein der Gemeinde gegründet. Mit Spenden wolle man versuchen, die verbliebene halbe Pfarrstelle aufzustocken. Junkermann sympathisierte zwar mit der Idee, eine erhoffte Anschubfinanzierung wird es aus Magdeburg indes nicht geben. Stattdessen will die Bischöfin prüfen lassen, ob Bad Düben als Erprobungsraum in Frage kommt.
(G+H)

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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