„Hilfe leisten, wo Menschen in Notlagen geraten sind“
100 Jahre Evangelische Stadtmission Erfurt

Stadtmissions-Fest im Erfurter Lutherpark, ca. 1930
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  • Stadtmissions-Fest im Erfurter Lutherpark, ca. 1930
  • Foto: Evang. Stadtmission Erfurt
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„Wann immer ein Mensch Hilfe bedarf, ist er in der Stadtmission herzlich willkommen.“ Petra Hegt, Geschäftsführerin der Evangelischen Stadtmission und Gemeindedienst Erfurt gGmbH, bringt die Aufgabe des Sozialdienstleisters in einem Satz auf den Punkt. Und doch sind die Arbeitsbereiche vielfältig – gewachsen über jahrzehntelanges Engagement in Erfurt. Nun feiert die gemeinnützige Gesellschaft ihr 100-jähriges Bestehen.

1918, am Ende des Ersten Weltkriegs, wurde der „Stadtverein für Innere Mission“ gegründet. Damals wie heute, um schnelle Hilfe zu leisten, wenn Brüche im Leben die Menschen aus der Bahn geworfen haben. Armut und Obdachlosigkeit, Sucht, die Flucht vor Gewalt zählen zu den Tätigkeitsfeldern, mit denen die etwa 55 angestellten und rund 70 ehrenamtlichen Mitarbeiter täglich umgehen. Manche Themen seien schon vor hundert Jahren relevant gewesen, manche orientieren sich an gesellschaftlichen Erfordernissen. „Seit etwa fünf Jahren wird das Thema Altersarmut immer prekärer – nicht nur monetär, sondern auch im sozialen Miteinander“, sagt Petra Hegt. „Viele ältere Menschen sind einsam. Das sehen wir im Café und auch im Restaurant des Herzens.“

Zwölf Einrichtungen gehören zur Evangelischen Stadtmission, darunter Einrichtungen zur Suchhilfe, Obdachlosenunterkünfte, ein Frauenhaus, aber auch Jugend- und Kindereinrichtungen. „Viele unserer täglichen Themen haben keine Lobby, werden in der Öffentlichkeit gern vernachlässigt“, so die Geschäftsführerin. „Aber gerade wer suchtkrank ist oder Gewalt erlebt hat, braucht professionelle Hilfe.“
Seit 2004 ist Petra Hegt für die Stadtmission verantwortlich, als sie zusätzlich zu ihren Leitungsaufgaben im Marienstift Arnstadt die Leitung des Erfurter Unternehmens übernahm. „Damals stand die Stadtmission kurz vor der Insolvenz“, erinnert sie sich. „Der Kirchenkreis Erfurt suchte einen Partner und fand ihn schließlich im Marienstift, das sich finanziell und personell stark einbrachte.“ Mit neuen Konzepten, neuen Verwaltungsstrukturen und dem professionellen Engagement der Mitarbeiter gelang es, das Unternehmen aus der Insolvenz zu führen. „Das haben wir nur als Team geschafft, das hat uns zusammengeschweißt.“

„Zu unserem runden Geburtstag möchten wir uns daher bei all jenen bedanken, die uns über die Jahre unterstützt haben: Für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Erfurt und dem Land Thüringen, dem Marienstift in Arnstadt, dem Kirchenkreis Erfurt und vor allem bei den vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern sowie unseren treuen Spendern“, zählt Petra Hegt auf. „Ohne diese breite Unterstützung könnte die Stadtmission nicht existieren. Sie war immer von Spenden und auf Unterstützung angewiesen, sonst könnten wir so manches Projekt nicht finanzieren.“

Gefeiert wird am 9. und 10. Mai in der Erfurter Michaeliskirche daher auch „nicht opulent, aber mit gehaltvollem Programm, das die Inhalte unserer Arbeit zeigt.“

http://www.stadtmission-erfurt.de/

Autorin: Daniela Klose, Stadtmission Erfurt

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