Eheschließung gleichgeschlechtlicher Paare
Statement der Jugendsynodalen


Statement der Jugendsynodalen zum Beschluss der Landessynode über Gottesdienstliche Handlungen anlässlich der Eheschließung gleichgeschlechtlicher Paare

"Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihm." (1 Joh 4,16b)

Im Moment blicken wir noch mit gemischten Gefühlen auf den Beschluss der Landessynode.
Als ursprüngliche Antragssteller*innen haben wir uns eine konkretere und direktere Formulierung gewünscht. Wir vermissen das deutliche Bekenntnis der Landeskirche zur Trauung gleichgeschlechtlicher Paare. Dies wäre für viele Menschen ein wichtiges Zeichen gewesen. Ein Zeichen dafür, dass in der EKM kein Platz für Diskriminierung ist. Und ein Zeichen dafür, dass Gott in seiner unbedingten Liebe zu den Menschen keine Unterschiede macht.
Leider fehlt dieses eindeutige "JA" zur Trauung gleichgeschlechtlicher Paare im Beschlusstext und somit ein klares Zeichen durch die Landessynode.

Allerdings birgt die Offenheit in der Formulierung auch eine Chance.
Wir sind uns bewusst, dass es immer wieder große Diskussionen gibt, wenn das Thema gleichgeschlechtlicher Partnerschaften im kirchlichen Kontext besprochen wird. Hierbei stehen sich verschiedene Haltungen gegenüber - vom Eheverständnis bis hin zum Familienbild. Wir befürworten, dass es einen Raum geben muss, an dem sich diese Auffassungen begegnen und miteinander ins Gespräch kommen können. Nur so kann man Vielfalt erfahren und leben.
Wir sehen in der offenen Formulierung des Beschlusses die Chance, diesen Raum zu eröffnen und rufen deshalb alle Gemeinden dazu auf, sich diesem Dialog zu stellen. Außerdem ermutigen wir alle Ordinierten unserer Landeskirche, gleichgeschlechtliche Paare in einem Gottesdienst zu trauen. Denn das wichtigste in einer Beziehung ist die Liebe und die Treue zwischen zwei Menschen im Vertrauen auf Gottes unbedingte Liebe zu uns Menschen.

Leider müssen wir feststellen, dass verschiedene Perspektiven auf den Inhalt des Beschlusses zu einer gewissen Unklarheit bzw. Unsicherheit führen.
So wurden wir schon von verschiedenen Seiten angesprochen, wie dieser denn nun zu verstehen sei. Immerhin haben wir mit den bereits möglichen Gottesdiensten zur Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften eine gottesdienstliche Handlung verortet.

Es ist daher von großer Bedeutung, in welcher Art und Weise wir über den Beschluss reden, innerhalb der Kirche und im Gespräch nach außen.
Deshalb sagen wir es noch einmal in aller Deutlichkeit:

In der EKM ist endlich offiziell die Möglichkeit geschaffen, in einem Traugottesdienst für gleichgeschlechtliche Paare den Segen Gottes zu erbeten.
Damit wird kein Unterschied mehr in der Liebe zweier Menschen zueinander gemacht. Und das ist, was letztlich für uns zählt.

Henriette Barth und Julia Braband für die Jugendsynodalen

Autor:

Julia Braband aus Erfurt

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