Mangelnde Ehrfurcht: Auch Sakrale Gebäude werden zur Zielscheibe von Kriminellen
Tatort Kirche

Fragwürdige Graffiti, aufgebrochene Opferstöcke, Diebstahl von Kunstgegenständen, Vandalismus – die mangelnde Ehrfurcht vor Kirchen in Mitteldeutschland kennt viele Ausdrucksformen.
Von Katja Schmidtke

In Jena warfen Unbekannte mit Steinen Fenster der Stadtkirche ein, das Mauerwerk ist mit Graffiti verunstaltet. In Wanzleben in der Börde wurde der Keller des Kreiskirchenamtes unter Wasser gesetzt. In Althaldensleben, ebenfalls in der Börde, gruben Diebe junge Eiben aus, die um ein von Katholiken und Protestanten genutztes Gotteshaus erst frisch gepflanzt worden waren. In Halle war die Pauluskirche großflächig mit schwarzen Schriftzügen beschmiert worden, in den Sommermonaten dient das Plateau rund um die Kirche als Treffpunkt für Feierlustige, die ihren Müll und zerbrochene Glasflaschen liegen lassen. In Ihleburg bei Burg beklagten Gemeindeglieder zu Ostern einen Einbruch in ihre Kirche, und im altmärkischen Werben fiel zu Jahresbeginn bei Aufräumarbeiten im Pfarramt auf, dass ein Epitaph aus dem 16. Jahrhundert verschwunden war.
Wie das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt auf Nachfrage mitteilte, erfasste die Polizei im vergangenen Jahr 81 Sachbeschädigungen an Kirchen und kirchlichen Einrichtungen. Im Jahr 2016 wurden 82 Straftaten regis­triert. Die Aufklärungsquote lag jeweils bei rund 17 Prozent. 2016 konnten 23 Tatverdächtigte ermittelt werden, im vergangenen Jahr waren es 25.
In Thüringen wurden im Vorjahr 38 Sachbeschädigungen polizeilich erfasst, davon konnten sieben aufgeklärt werden. Das Landeskriminalamt betont jedoch, es handele sich aber nicht in allen Fällen um Beschädigungen von Kirchen oder sakralen Gegenständen selbst, sondern zum »Tatort Kirche« gehörten auch Fälle, in denen es zu Beschädigungen von persönlichen Gegenständen der Kirchenbesucher komme.
Eindeutig ist, dass auch in Thüringen Graffiti-Schmierereien ein Problem sind. Im vergangenen Jahr wurden 13 solcher Fälle gemeldet – und keine einzige Tat aufgeklärt. Politisch motivierte Straftaten erfasst die Polizei gesondert: Dabei verzeichnet die Statistik drei Fälle von links- und sieben von rechtsmotivierter Sachbeschädigung, letztere meist in Verbindung mit dem Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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