JVA Arnstadt
Neues Abschiebegefängnis soll belegt werden
- Foto: epd-bild/ Jürgen Blume
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Erfurt/Arnstadt (KNA/red) Im neuen Thüringer Abschiebegefängnis in Arnstadt ist der Probebetrieb erfolgreich verlaufen. Der Test, bei dem die Abläufe in der Haftanstalt geübt werden sollten, war auf eine Woche ausgelegt. Ab Freitag könnte dann die Belegung mit zunächst zwei Personen erfolgen, die Schritt für Schritt auf zehn Plätze erweitert werden soll, wie das Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz mitteilte.
Thüringens Justizministerin Beate Meißner (CDU) lobte auf der Facebook-Seite des Ministeriums die gute Zusammenarbeit der Bediensteten aus Justiz und Polizei vor Ort. Dank des gemeinsamen Einsatzes aller Mitarbeiter habe die Einrichtung in rekordverdächtiger Zeit errichtet werden können, hieß es. Erstmals seit zehn Jahren hat das Land damit wieder eigene Abschiebehaftplätze, um Rückführungen entsprechender Ausreisepflichtiger durchführen zu können. Seit 2019 nutze Thüringen Plätze in Rheinland-Pfalz.
Perspektivisch können laut Meißner bis zu 37 Abzuschiebende in der JVA Arnstadt aufgenommen werden - das sei aber auch davon abhängig, ob genügend Mitarbeiter eingestellt werden könnten. Meißner betonte, Minderjährige und Familien seien von der Unterbringung in der Haftanstalt ausgeschlossen.
Seelsorgerlich betreut werden die Gefangenen der Justizvollzugsanstalt (JVA) Arnstadt wie auch die Ausreisepflichtigen von Helfried Maas. Der Pfarrer wünscht sich, dass das Thema Gefängnisseelsorge öffentlich stärker wahrgenommen wird. »Die Gefangenen sind trotz allem Teil der Gesellschaft, und in gewisser Weise sind sie auch Arnstädter Gemeindeglieder«, betont der 37-Jährige.
Maas ist seit Oktober vergangenen Jahres Gefängnisseelsorger in der JVA Arnstadt. Zuvor war Maas als Pfarrer im Kirchspiel Wiehe (Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda) und im Bereich der Erwachsenenbildung in der
Ländlichen Heimvolkshochschule Thüringen in Kloster Donndorf tätig.
»Die Gefangenen sind in einer Situation, für die der Mensch eigentlich nicht geschaffen ist. Da besteht hoher Redebedarf«, betont der Pfarrer. Dem versucht Maas gemeinsam mit seinem katholischen Kollegen Sebastian Alt nachzukommen. Neben Gesprächsangeboten während der Haft sei ein wirksames Nachsorgeprogramm für die Zeit nach der Entlassung wichtig.
Autor:Online-Redaktion |
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